Jahrestreffen der DAPHNE4NFDI -Community 2026 in Karlsruhe
Karlsruhe, vom 23. bis 25. März fand am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) das Jahrestreffen der DAPHNE4NFDI-Community statt. Die Veranstaltung diente der Vernetzung der Projektpartner sowie dem fachlichen Austausch über aktuelle Fortschritte im Bereich des Forschungsdatenmanagements (RDM) an Photonen- und Neutronenquellen.
Welcome Provost Prof. Dr. Anke-Susanne Müller im Namen des KIT-Präsidiums…
Eröffnet wurde das Treffen mit der Welcome Session durch Prof. Dr. Jan-Dierk Grunwaldt und Dr. Frank Weber (KIT), der die Teilnehmenden begrüßte und die Relevanz der gemeinsamen Infrastrukturentwicklung hervorhob.
Danach schloss sich die Sitzung zu (Meta)Data Repositories and Catalogues, in der Sebastian Busch aktuelle Entwicklungen präsentierte und Abhijeet Gaur über die Integration von RefXAS-Datenbanken im Rahmen von DAPHNE4NFDI referierte. In der anschließenden Session zum Thema Digitalisierung beleuchtete Helena Simek Tosino die unterstützende Rolle von NFDI4Chem, gefolgt von der Vorstellung des Projekts MorphoSphere durch Tilo Baumbach. Der erste Veranstaltungstag fand seinen Abschluss in einer Postersession, die den Teilnehmenden Raum für vertiefende Diskussionen bot.
Der zweite Konferenztag wurde mit einer Cross-Consortia-Session eröffnet, die einen umfassenden Überblick über die deutsche Forschungsdatenlandschaft gab. Heiko Weber führte in das Konsortium FAIRmat ein, während Thomas Kuhr die Initiativen ErUM-Data und DIG-UM vorstellte. Thomas Schörner ergänzte die Runde mit Präsentationen zu den Konsortien PUNCH4NFDI und MatWerk. In der darauf folgenden Sektion zu Basis4NFDI und Core Services standen grundlegende Infrastrukturangebote sowie die Dienste PID4NFDI, KGI4NFDI und die Terminology Services (TS4NFDI) im Fokus. Die anschließende Industrie-Session widmete sich den Perspektiven des Privatsektors auf FAIR Data innerhalb des Photonen- und Neutronen-Ökosystems. Weitere Beiträge behandelten die Komplexität moderner Diffraktions-Software, die Dekodierung organisatorischer Daten in Forschungsinfrastrukturen sowie Neuerungen der DECTRIS Cloud. Zudem wurden Hochdurchsatz-Verfahren für zeitaufgelöste Messungen und Ansätze für verantwortungsvolle Industriekooperationen diskutiert. Im abschließenden Europe Round-up wurden europäische Initiativen wie PaNOSC, OSCARS und Laser4EU vorgestellt. Ergänzt wurde dieser Block durch einen Fachvortrag zum Benchmarking der Robustheit von Machine-Learning-Algorithmen in der Röntgenabsorptionsspektroskopie sowie ein Update zum NFDI-EOSC-Node, bevor der Tag mit dem Konferenzdinner ausklang.
Der abschließende Tag startete mit dem Schwerpunkt Software and Infrastructure. Hierbei wurden ein Überblick über die Task Area 3 (TA3) gegeben sowie die Implementierung von UI/UX-Prinzipien für GUI-Designs und der Einsatz von Machine Learning für die Grazing Incidence Diffraction (GID) erörtert. Des Weiteren wurden eine Pipeline für FAIR-Datenmanagement sowie Real-Time-XRR-Analysen an der Beamline P08 und die Machine-Learning-Methode „Crystal AI“ zur Strukturaufklärung aus Pulverdiffraktogrammen präsentiert. Nach zwei Update-Sessions zu den Task Areas 4 und 5 widmete sich die finale Sektion dem Thema Managing Data Production. Neben einer Einführung in die Task Area 1 wurden das integrierte Daten- und Metadaten-Ökosystem am HZDR sowie Erfahrungsberichte zu virtuellen Instrumenten in Laborpraktika vorgestellt. Die Tagung endete mit Berichten zum MLZ-ELN, weiteren Einblicken in das OSCARS-Projekt, Erläuterungen zum DOI-Minting für Publikationen am DESY sowie Beiträgen zur Probenklassifizierung und den allgemeinen Abläufen der Datenproduktion.
Die Postersession ermöglichte den fachlichen Austausch über die Disziplingrenzen hinweg. Im Fokus standen die Diskussion technischer Lösungsansätze sowie die Identifikation von Synergien zwischen den beteiligten Instituten. Dieser Austausch förderte die Vernetzung zwischen Nachwuchsforschenden und erfahrenen Wissenschaftlern und legte die Basis für künftige Kooperationen innerhalb des Konsortiums.
Besondere Relevanz erhielt der abschließende Mittwoch durch den Besuch von Gästen aus der Industrie sowie Vertreterinnen und Vertretern anderer NFDI-Konsortien, wie beispielsweise Base4NFDI. Dieser Austausch über die Konsortialgrenzen hinweg stärkte die Abstimmung zu Infrastrukturen und betonte die Bedeutung des Technologietransfers zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung.
Am Abschlusstag wurden die Poster-Awards für herausragende Beiträge verliehen. Das Auswahlkomitee prämierte einen ersten Platz sowie zwei Zweitplatzierungen für jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die durch ihre wissenschaftliche Qualität und Darstellung überzeugten:
- Platz: Sarah Heidrich (TU Berlin)
- Platz: Dr. Julia Kobus (Uni Kiel) und Dr. Arnab Majumdar (Helmholtz-Zentrum Hereon)
Ein besonderes Highlight wurde den Teilnehmenden zum Ende der Vortragssitzungen präsentiert: Prof. Dr. Bridget Murphy (Uni Kiel und DESY) gab unter großem Interesse bekannt, dass das DAPHNE4NFDI-Konsortium zur weiteren Förderung empfohlen wurde. Die Genehmigung duch den Senat stett noch aus. Mit dieser richtungsweisenden Entscheidung sind die Türen für die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit in einer zweiten Projektphase weit geöffnet.
Den inhaltlichen Abschluss der Tagung am Mittwoch bildete das World-Café. Dieses Format bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, fachspezifische Fragestellungen und die Integration von RDM-Tools in den wissenschaftlichen Alltag in einem informellen Rahmen zu erörtern.
Mit den Impulsen des diesjährigen Jahrestreffens blickt die Community nun voller Elan auf die kommenden Herausforderungen und den Ausbau der digitalen Forschungsdateninfrastruktur. Die erfolgreiche Vernetzung in Karlsruhe bildet dabei das Fundament, um die Vision einer exzellenten, datengetriebenen Forschung in der zweiten Projektphase gemeinsam zu verwirkliche