Zukunft gestalten: Highlights des 2. DAPHNE Vision Workshops

Am 15. Juli 2026 fand der zweite Workshop des DAPHNE Vision-Netzwerks für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler statt, dieses Mal ausschließlich online. Die Veranstaltung wurde von Christian Trageser organisiert und begann mit einer herzlichen Begrüßung durch die DAPHNE4NFDI-Sprecherin Bridget Murphy und die Co-Sprecherin Astrid Schneidewind. Der Workshop markierte zudem einen wichtigen Meilenstein: den offiziellen Führungswechsel. Sechs engagierte Freiwillige erklärten sich bereit, das neue Team der DAPHNE Vision Representatives zu bilden, was von allen Anwesenden einstimmig angenommen wurde. Diese neu gegründete Gruppe wird in Kürze eine primäre und eine sekundäre Sprecherperson wählen, die als Hauptansprechpartner dienen. In den kommenden Wochen wird sie sich mit dem bisherigen Organisationsteam für eine reibungslose Übergabe und erfolgreiche Fortführung treffen.

Wissensmanagement und -transfer im FDM

Das wissenschaftliche Programm startete mit einer anregenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Melike Karasu Konerding (Universität Wuppertal). Um die Session aktiv zu steuern, nutzte sie eine anonyme Live-Umfrage-App, die es den Teilnehmenden ermöglichte, ihre bisherigen Erfahrungen ehrlich zu teilen. Die Diskussion griff das weit verbreitete Problem auf, dass Forschungsdatenmanagement (FDM) in Physik-Vorlesungen häufig nur oberflächlich behandelt wird, sodass Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sich oft überfordert fühlen oder es an Onboarding-Standards fehlt.

Das interaktive Brainstorming führte zu einem strukturierten Dokument, das konkrete Strategien aufzeigt. Zu den wichtigsten Empfehlungen gehörten:

  • Einrichtung gruppeninterner Wikis und Repositorien über GitHub/GitLab.

  • Nutzung Elektronischer Laborbücher (ELNs) und wissenschaftlicher Metadatenkataloge wie SciCat.

  • Schaffung von studentischen FDM-Beauftragten innerhalb von Forschungsgruppen, um Kommunikationslücken zu Betreuungspersonen zu schließen.

Die Teilnehmenden wiesen auch auf Probleme bei den akademischen Standards hin. Sie betonten, dass Bemühungen um FAIR-Daten nicht ausreichend honoriert werden und Software-Publikationen in wissenschaftlichen Leistungskennzahlen (KPIs) besser anerkannt werden sollten.

KI-Anwendungen in der medizinischen Bildgebung

Als Nächstes präsentierte Hafiz Muhammad Fahad (LMU) das Thema „KI-Anwendungen in der medizinischen Bildgebung“. Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Grundlagen und strengen Anforderungen von KI im medizinischen Bereich stiegen die Teilnehmenden direkt in eine praktische JupyterHub-Notebook-Demo ein. Diese Praxis-Session ermöglichte es den Anwesenden, direkt mit einem vollständigen Softwarebeispiel zu interagieren. Die Coding-Session sorgte für große Begeisterung und unmittelbare Synergien, da Teilnehmende, die an ähnlichen Bildgebungsprojekten arbeiten, eifrig Fragen austauschten und technische Lösungen bezüglich der Implementierung teilten.

Catalysis Metadata Organizer: Auf dem Weg zu FAIRen Daten

Die letzte Session, vorgestellt von Andrey Sapronov (IKFT/ITCP, KIT), führte den „Catalysis Metadata Organizer“ (CatOrga) ein, ein Werkzeug, das im Rahmen des ROCK-IT-Projekts entwickelt wurde. Er erläuterte die immensen Herausforderungen des FDM in der Katalyse, wo Katalysatorproben, Syntheseverfahren und Testmethodiken eine enorme Vielfalt an definierenden Eigenschaften aufweisen, für die eine automatisierte Metadatengenerierung fehlt.

Um dies anzugehen, erweitert das CatOrga-Framework SciCat um ein spezielles Katalyse-Add-on. Es nutzt modulare, flache Schemata, die über einfache CSV/Excel-Dateien verwaltet werden können, um die Einstiegshürde für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu senken. Ein besonderes Highlight war der „No-Form-Ansatz“, der LLMs in einem strukturierten Ausgabemodus nutzt, um Metadaten automatisch aus bereits vorhandenen Textbeschreibungen (wie E-Mails oder Anträgen) zu extrahieren. Während einer Live-Web-Demo anhand einer Sandbox-Installation testeten die Teilnehmenden das System mit Beispieldaten und erlebten aus erster Hand, wie das Tool Unklarheiten reduziert und die Reproduzierbarkeit verbessert.

Blick nach vorne: Der große Wunsch nach Präsenz

Während der abschließenden Feedback- und Fragerunde zeichnete sich der deutliche gemeinsame Wunsch ab, zukünftige Workshops wieder in Präsenz stattfinden zu lassen, um das Networking zu stärken. Das Organisationsteam unterstützt diesen Wunsch voll und ganz, um die Gemeinschaft weiter zu stärken, und hofft, dass die neu bestätigten DAPHNE Vision Representatives dies bei der nächsten Veranstaltung in die Tat umsetzen werden. Letztlich ist es dem Workshop erfolgreich gelungen, ein engagiertes Führungsteam zu etablieren, wertvolle Synergien für Zusammenarbeiten zu schaffen und die praktischen FDM-Kenntnisse aller Beteiligten zu vertiefen.